Saskatchewan: Ausritt mit dem Büffel-Cowboy

Gord Vaadeland.

Westlich des Prince Albert National Parks lebt die letzte freilaufende Bisonherde Nordamerikas. Gord Vaadeland führt Reittouren in ihr Revier. Der engagierte Tierschützer hat sich einen Namen als „twitternder Cowboy“ gemacht.

„Ich habe Dir Dane mitgebracht, das ist mein ältestes Pferd, sie akzeptiert jeden Reiter!“ Gord Vaadeland lacht mich an und deutet auf ein freundlich blickendes Pferd, das auch als größeres Pony durchgehen könnte. Fünf Minuten später sitzen wir im Sattel: Gord, den manche auch den twitternden Cowboy nennen, weil er gerne vom Trail aus bei Facebook postet, sein Sohn Jake, und Nik, der im Tourismus arbeitet.

Treffpunkt im Wald.

Eigentlich kann nichts mehr schiefgehen: Nicht nur die Reiter, auch die Pferde sind dick mit Mückenschutz imprägniert – ein „Muss“ im Prince Albert National Park – und ein bequemer Waldweg liegt vor uns. „Die Pferde laufen am liebsten am weichen Rand des Pfades“, sagt Gord noch, da peitscht mir schon ein Ast ins Gesicht und ein Baum rammt seine Äste in mein Knie – kleine Startprobleme.

Ausritt im Prince Albert National Park.

Wir sind auf Büffeljagd! Rund 250 Prärie-Bisons leben an der Westseite des Nationalparks. „Die größte freilaufende Herde in Nordamerika“, sagt Gord, der sich als Vorsitzender der „Canadian Parks and Wilderness Society“ von Saskatchewan für den Schutz der Tiere engagiert. Denn es gibt Probleme: Jäger der First Nations erlegen mehr Tiere, als der Bestand erlaubt. „Dieses Recht basiert auf alten Verträgen“, sagt Gord. „Es ist sehr zeitaufwändig, sie zu ändern“.

In der Zwischenzeit ist Grassroots-Arbeit angesagt: Tierschützer sprechen die Jäger einzeln an, um sie für das Problem zu sensibilisieren. Ein indianischer Bisonfreund verbringt seine Zeit damit, die Herde immer wieder in den Nationalpark zu treiben, wo sie nicht gejagt werden dürfen. Und Wissenschaftler versuchen, die Leitkühe zu identifizieren, um sie zu besendern.

Gord und Jake.

Plötzlich knackt ein Ast im Dickicht neben uns, gefolgt von Schnaufen, Grummeln und Huftrappeln. Vielen Hufen! „Wow“, sagt Gord, „so nah waren wir noch nie an der Herde.“ In den Büschen finden wir ihre Spuren und die Kuhlen, in denen sie gelegen haben. Nach drei Stunden sind wir zurück an Gords Trailer. Die Pferde haben die Mücken erfolgreich von uns abgelenkt – so ist Dane vermutlich ganz froh, mich wieder loszuwerden.

Zurück auf der Ranch.

Infos: Gord Vaadeland betreibt die Sturgeon River Ranch mit verschiedenen Reitangeboten. Die Canadian Parks and Wilderness Society ist unter http://www.cpaws.org zu finden.


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